Anleitung
Gusseisentopf einbrennen: Schritt für Schritt
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Kurz gesagt
Zum Einbrennen reinigen und trocknen Sie den rohen Gusstopf, reiben ihn innen und außen hauchdünn mit einem hitzebeständigen Pflanzenöl ein und wischen den Überschuss gründlich ab. Dann erhitzen Sie ihn kopfüber bei etwa 200 bis 250 °C rund eine Stunde im Backofen oder Gasgrill und lassen ihn darin abkühlen. Zwei bis drei Durchgänge ergeben eine gleichmäßige, dunkle Patina.
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Diese Anleitung ist für alle, die einen neuen rohen Gusseisentopf oder Dutch Oven vorbereiten, einen gebrauchten Topf auffrischen oder nach dem Entrosten eine neue Schutzschicht aufbauen wollen. Sie erfahren, was beim Einbrennen chemisch passiert, welches Öl sich eignet, wie Sie im Backofen, auf dem Gasgrill oder am Feuer vorgehen und woran Sie eine gelungene Patina erkennen. Emaillierte Töpfe müssen übrigens nicht eingebrannt werden.
Was beim Einbrennen passiert
Wird ein dünner Ölfilm über seinen Rauchpunkt erhitzt, verbinden sich die Fettmoleküle zu einer festen, kunststoffähnlichen Schicht. Dieser Vorgang heißt Polymerisation. Die Schicht haftet fest am porösen Eisen, schützt es vor Feuchtigkeit und Rost und sorgt dafür, dass sich Bratgut leichter löst. Jede weitere Schicht macht die Patina dichter und dunkler.
Entscheidend ist, dass der Film sehr dünn ist. Zu viel Öl polymerisiert nicht vollständig, bleibt klebrig und kann später abblättern.
Brauchen neue Töpfe das überhaupt?
Viele Hersteller liefern rohe Gusstöpfe heute bereits vorgebrannt aus, etwa als Seasoned Finish oder vorbehandelt. Diese Töpfe können Sie nach kurzem Ausspülen sofort benutzen. Ein zusätzlicher Einbrenndurchgang vor dem ersten Gebrauch schadet nicht und macht die Patina belastbarer. Manche Töpfe sind dagegen nur mit einem Schutzwachs oder Öl gegen Rost beim Transport versehen. Dieses muss vorher entfernt werden. Lesen Sie dazu die Hinweise des Herstellers.
Emaillierte Töpfe wie Cocottes brauchen kein Einbrennen, die Emaille schützt das Eisen bereits. Den Unterschied erklärt Gusseisentopf emailliert oder nicht.
Welches Öl eignet sich?
Geeignet sind neutrale Pflanzenöle und -fette mit hohem Rauchpunkt. Sie bilden eine harte Schicht und werden nicht schnell ranzig.
| Fett | Eignung | Hinweis |
|---|---|---|
| Raffiniertes Rapsöl | gut | günstig, leicht erhältlich |
| Raffiniertes Sonnenblumenöl | gut | neutral |
| Erdnussöl | gut | hoher Rauchpunkt |
| Raffiniertes Pflanzenfett (Plattenfett) | gut | fest, dünn verreiben |
| Spezielle Pflegepaste des Herstellers | gut | Anleitung beachten |
| Leinöl | umstritten | harte Schicht, kann aber abplatzen |
| Butter, natives Olivenöl | ungeeignet | niedriger Rauchpunkt, Rückstände |
Einbrennen im Backofen: Schritt für Schritt
- 1
Topf und Deckel mit heißem Wasser und etwas Spülmittel waschen, um Schutzwachs, Staub oder alte, klebrige Reste zu entfernen.
- 2
Gründlich abtrocknen und auf dem Herd oder im Ofen kurz erwärmen, bis keine Feuchtigkeit mehr in den Poren ist.
- 3
Den noch warmen Topf innen und außen, inklusive Deckel, Füße und Henkel, mit wenig Öl einreiben.
- 4
Mit einem sauberen, fusselfreien Tuch so lange nachwischen, bis die Oberfläche fast trocken wirkt.
- 5
Ein Backblech mit Alufolie auf die unterste Schiene legen, um abtropfendes Öl aufzufangen.
- 6
Topf und Deckel kopfüber auf den Rost stellen, damit sich kein Öl sammelt.
- 7
Ofen auf etwa 200 bis 250 °C stellen und den Topf ab Erreichen der Temperatur rund eine Stunde einbrennen.
- 8
Ofen ausschalten und den Topf darin vollständig abkühlen lassen.
- 9
Für eine kräftige Patina den Vorgang zwei- bis dreimal wiederholen.
Hinweis:Beim Einbrennen entsteht Rauch. Lüften Sie gut, schalten Sie die Dunstabzugshaube ein und rechnen Sie damit, dass der Rauchmelder anspringen kann. Topf und Rost sind danach sehr heiß, nutzen Sie Ofenhandschuhe.
Einbrennen auf dem Gasgrill oder am Feuer
Auf dem Gasgrill funktioniert das Einbrennen ohne Rauch in der Wohnung. Bereiten Sie den Topf wie oben vor, stellen Sie ihn kopfüber auf den Rost, schließen Sie den Deckel und halten Sie mit dem Thermometer etwa 200 bis 250 °C. Bei indirekter Hitze, also mit ausgeschalteten Brennern direkt unter dem Topf, wird er gleichmäßiger.
Am offenen Feuer oder mit Holzkohle ist die Temperatur schwerer zu steuern. Legen Sie den geölten Topf auf eine gleichmäßige Glut, nicht in offene Flammen, und Briketts auf den Deckel. Zu große Hitze verbrennt das Öl, statt es zu polymerisieren, und kann bei schnellen Temperatursprüngen den Guss belasten. Die Brikettmenge schätzt der Briketts-Rechner.
Hinweis:Grill, Holzkohle und Feuer nur im Freien nutzen, nie in geschlossenen Räumen, Garagen oder Zelten: Gefahr durch Kohlenmonoxid. Stabilen, nicht brennbaren Untergrund wählen, Löschmittel bereithalten und lange Hitzeschutzhandschuhe tragen.
Woran Sie eine gute Patina erkennen
Ist die Schicht klebrig, war zu viel Öl im Spiel oder die Temperatur zu niedrig. Brennen Sie den Topf dann noch einmal bei etwas höherer Temperatur ohne zusätzliches Öl nach. Blättert die Patina ab, entfernen Sie lose Stellen und bauen Sie die Schicht neu auf. Wie das bei Rost geht, steht in Rost am Gusseisen entfernen.
- Die Oberfläche ist gleichmäßig dunkelbraun bis schwarz und matt bis seidig glänzend.
- Sie fühlt sich trocken an und klebt nicht.
- Wassertropfen perlen ab, statt einzuziehen.
- Es gibt keine braunen Läufer oder Tropfen, die auf zu viel Öl hindeuten.
Die ersten Einsätze nach dem Einbrennen
Die beste Pflege für die Patina ist regelmäßiges Kochen mit Fett. Braten Sie in den ersten Wochen Zwiebeln, Speck oder Bratkartoffeln an, kochen Sie Schmorgerichte und vermeiden Sie anfangs lange Garzeiten mit viel Säure wie Tomatensauce. Nach dem Spülen den Topf trocknen und dünn einölen, wie in Gusseisenpfanne reinigen und pflegen beschrieben. Die Grundtechnik für das erste Gericht im Feuertopf zeigt Dutch Oven richtig benutzen.
Häufige Fragen
Wie lange muss ein Dutch Oven einbrennen? Pro Durchgang etwa eine Stunde ab Erreichen von 200 bis 250 °C, danach im Ofen oder Grill abkühlen lassen. Zwei bis drei Durchgänge ergeben eine gute Grundschicht.
Welches Öl ist am besten zum Einbrennen? Neutrale, raffinierte Pflanzenöle wie Raps- oder Sonnenblumenöl sind bewährt. Wichtiger als die Sorte ist eine sehr dünne Schicht.
Muss ich einen vorgebrannten Topf einbrennen? Nein, er ist sofort nutzbar. Ein zusätzlicher Durchgang kann die Patina aber stärken.
Kann ich den Topf im Ofen einbrennen, wenn er Holzgriffe hat? Nein, Holz verträgt die Temperatur nicht. Entfernen Sie abnehmbare Griffe oder brennen Sie nach Herstellerangabe auf dem Herd ein.
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