# Gusseisen auf Induktion: was zu beachten ist

Quelle: https://gussundbraeter.de/blog/gusseisen-auf-induktion
Veröffentlicht: 2026-10-11
Herausgeber: Guss und Bräter

**Kurz gesagt:** Ja, Gusseisen ist für Induktion geeignet, roh wie emailliert, weil Eisen magnetisch ist und das Induktionsfeld direkt im Topfboden Wärme erzeugt. Wichtig sind drei Dinge: auf mittlerer Stufe langsam aufheizen statt mit Booster, den schweren Topf anheben statt schieben und eine Kochzone wählen, die zum Bodendurchmesser passt. Töpfe mit Füßen funktionieren auf Induktion nicht.

Viele Bräter und Cocottes werden ausdrücklich als induktionsgeeignet beworben, etwa die Signature-Serie von Le Creuset oder die Cocottes von Staub. Trotzdem gibt es Fragen: Warum knackt die Emaille? Warum ist der Rand kühler als die Mitte? Kann der schwere Topf das Glas beschädigen? Diese Seite erklärt, wie Induktion mit Gusseisen zusammenspielt, worauf Sie beim Aufheizen achten und wie Sie Kochfeld und Topf schonen.

## Warum Gusseisen auf Induktion funktioniert

Ein Induktionskochfeld erzeugt mit einer Spule unter dem Glas ein wechselndes Magnetfeld. In einem magnetischen Topfboden entstehen dadurch Wirbelströme, die das Metall direkt erhitzen. Das Glas selbst wird nur indirekt durch den heißen Topf warm. Voraussetzung ist ein ferromagnetisches Material, und Gusseisen ist genau das.

Ob roh oder emailliert spielt keine Rolle: Die Emaille ist nur eine dünne Glasschicht, das Magnetfeld wirkt durch sie hindurch auf das Eisen. Ein einfacher Test für jeden Topf: Bleibt ein Kühlschrankmagnet am Boden haften, funktioniert der Topf auf Induktion.

## Langsam aufheizen statt Booster

Induktion heizt sehr schnell, Gusseisen leitet Wärme dagegen vergleichsweise langsam. Startet man auf höchster Stufe oder mit Booster, wird der Bereich über der Spule sehr heiß, während Rand und Wände kühl bleiben. Die Folge sind Hotspots, in denen Essen anbrennt, und Spannungen im Material.

Bei emaillierten Töpfen ist das besonders heikel. Emaille und Eisen dehnen sich unterschiedlich aus, starke Temperaturunterschiede können zu Haarrissen oder Abplatzern führen. Viele Hersteller raten deshalb, emailliertes Gusseisen nicht leer auf hoher Stufe zu erhitzen und mit mittlerer Leistung zu beginnen. Prüfen Sie die Hinweise in der Anleitung Ihres Topfes.

1. Topf mit etwas Fett oder Inhalt auf die passende Zone stellen.
2. Mit mittlerer Stufe beginnen, etwa der Hälfte der Skala.
3. Drei bis fünf Minuten warten, bis sich die Wärme verteilt hat.
4. Erst dann bei Bedarf höher schalten, Booster nur kurz und mit Inhalt nutzen.

Hinweis: Emaillierte Töpfe nie leer auf höchster Stufe oder mit Booster erhitzen. Das kann die Emaille dauerhaft beschädigen.

## Kochzone und Bodendurchmesser

Die Wärme entsteht nur dort, wo die Spule unter dem Topf liegt. Ist der Boden deutlich größer als die Kochzone, bleiben die Ränder kühler. Bei Gusseisen gleicht sich das wegen der Wärmespeicherung mit der Zeit etwas aus, aber nicht vollständig. Achten Sie daher auf den Bodendurchmesser, nicht auf den Außendurchmesser. Die Staub Cocotte mit 26 cm hat laut Listing zum Beispiel einen Bodendurchmesser von 21,7 cm.

Für ovale und große Bräter bieten viele Kochfelder eine Bräterzone, die zwei Felder verbindet. Wie das geht, beschreibt [Bräterzone am Induktionskochfeld zuschalten](https://gussundbraeter.de/blog/braeterzone-induktion-nutzen). Viele Kochfelder erkennen sehr kleine Töpfe auf großen Zonen nicht, dann blinkt die Anzeige.

## Kratzer auf dem Glas vermeiden

Gusseisen ist schwer und hat oft einen leicht rauen Boden, besonders roher Guss. Wird der Topf über das Glas geschoben, können feine Kratzer entstehen. Emaillierte Böden sind glatter, aber auch hier kann Schmutz zwischen Topf und Glas Spuren hinterlassen.

Heben Sie den Topf deshalb immer an, statt ihn zu schieben, und setzen Sie ihn sanft ab. Halten Sie Boden und Kochfeld sauber und trocken. Manche nutzen eine dünne Silikonmatte zwischen Topf und Glas; ob das bei Ihrem Kochfeld zulässig ist, regelt die Anleitung des Herstellers, weil die Matte die Temperaturüberwachung beeinflussen kann.

- Topf anheben, nicht schieben.
- Boden vor dem Aufsetzen auf Krümel und Ruß prüfen.
- Rohen Guss mit rauem Boden nicht drehen, während er auf dem Glas steht.
- Schwere Töpfe nicht aus der Höhe auf das Glas fallen lassen.

## Was auf Induktion nicht funktioniert

Feuertöpfe mit Füßen stehen nicht plan auf dem Glas und erhalten kaum Kontakt zur Spule. Für Induktion brauchen Sie Modelle mit planem Boden; Petromax bietet dafür etwa den ft6-t an. Stark gewölbte oder verzogene Böden heizen ebenfalls ungleichmäßig und erzeugen manchmal Brummgeräusche.

Ein leises Summen oder Klicken bei hoher Leistung ist bei Induktion normal und kein Defekt des Topfes. Welche Materialien auf welchem Herd funktionieren, fasst die [Herdtauglichkeit-Matrix](https://gussundbraeter.de/tools/herdtauglichkeit-matrix) zusammen. Modelle mit gutem Boden für Induktion zeigt der Ratgeber [Bräter für Induktion](https://gussundbraeter.de/best/beste-braeter-fuer-induktion).

## Roh oder emailliert auf Induktion?

Beide funktionieren. Roher Guss ist unempfindlicher gegenüber schneller Hitze und kann auch einmal leer vorgeheizt werden, um zum Beispiel ein Steak scharf anzubraten. Sein Boden ist aber häufig rauer, was das Glas stärker gefährdet. Emaillierter Guss hat einen glatteren Boden, verlangt aber mehr Vorsicht beim Aufheizen.

Wer viel scharf anbrät, ist mit einer rohen Pfanne oder einem rohen Topf gut bedient. Wer überwiegend schmort, profitiert von Emaille. Die Unterschiede im Detail erklärt [Gusseisen: emailliert oder roh](https://gussundbraeter.de/blog/gusseisen-emailliert-oder-roh).

## Häufige Fragen

**Ist Le Creuset für Induktion geeignet?** Ja, die Signature-Bräter sind laut Produktangabe für alle Herdarten inklusive Induktion geeignet. Heizen Sie auch hier langsam auf mittlerer Stufe auf.

**Kann Gusseisen das Induktionskochfeld zerkratzen?** Ja, wenn der Topf geschoben wird oder Schmutz darunter liegt. Anheben statt schieben und saubere Böden verhindern das meist.

**Warum blinkt mein Kochfeld beim Gusstopf?** Häufig erkennt die Zone den Topf nicht, weil er nicht mittig steht, der Boden zu klein ist oder nicht plan aufliegt. Versuchen Sie eine kleinere Zone oder richten Sie den Topf neu aus.

**Verbraucht Gusseisen auf Induktion mehr Strom?** Gusseisen braucht wegen seiner Masse länger zum Aufheizen, hält die Wärme dafür lange. Nach dem Aufheizen genügt oft eine niedrige Stufe, und Sie können die Zone früher ausschalten.

## Kaufberatung zu diesem Thema

- https://gussundbraeter.de/best/beste-braeter-fuer-induktion
- https://gussundbraeter.de/best/beste-braeter-aus-gusseisen
- https://gussundbraeter.de/best/beste-gusseisenpfannen
